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..:: Das Schulgeschenk - AKT II ::..

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Das nächste Mal sollten wir uns am 08. Juni treffen um die schwere Hauptarbeit zu erledigen. Dafür wurden am 07. Juni die dazugehörigen Materialien angeliefert. Noch in der Nacht zuvor wurde dafür das Gelände rund um den Fahrradständer weiträumig abgesperrt um die Maßen von Baumaterial möglichst nahe zu platzieren. So wurden knapp 90 Tonnen Mischrecycling links vom Platz abgeladen. Um sich dieser Menge noch einmal bewusst zu werden, muss man wissen, dass dafür der LKW mit Anhänger 3 mal fahren musste. Leider gelang es dem LKW- Fahrer, aufgrund der Fahrzeuggröße, nicht, die Ladung direkt auf den leeren Platz abzuladen um uns so einige schwere Arbeit abzunehmen. Neben den Mischrecycling wurde auch eine LKW Ladung Sand abgeladen, die wir dankenswerterweise durch den Vater einer Mitschülerin umsonst bekommen haben. Nun fehlten nur noch die 360m² Steine, die ebenfalls am Freitag geliefert wurden. Dafür musste ein kompletter Sattelzug zweimal am Fontane-Gymnasium vorfahren um die ganzen Paletten voller roter grauer Knochensteine, halbe Steine und Anfangs- bzw. Endsteine abzuladen. Nachdem die Steine vor dem Platz abgestellt wurden, sah die ganze Schule wirklich nach Baustelle aus und die Ausmaße unseres jugendlichen Testosteron getriebenen Wahn wurden sichtbar.

Am Samstag den 08. Juni trafen sich, über den ganzen Tag betrachtet, die meisten Leute um am Projekt teilzuhaben. Zu Anfang standen wir vor dem Problem die 90 Tonnen Mischrecycling auf den Platz zu verteilen. Nicht nur, dass der Versuch mit Schippen und Spaten das sehr grobe Recycling in die Schubkarren zu bekommen, scheiterte, auch der Versuch eine Abkürzung durch das grüne Gestrüpp zu bauen, war nicht von Erfolg gekrönt. So mussten wir alle Karren über die Straße auf unseren Platz schieben und die Resignation über das langsame Tempo machte sich schnell unter allen Beteiligten breit. Einzig einem gelang es in ordentlichen Tempo Karren mit dem Recycling zu füllen und so wenigsten für einen kleinen Lichtblick zu sorgen, da er clevererweise eine Kohleschaufel dabei hatte, die eine entsprechend hohe Schubkarrenfüllzahl in der Minute gewährleistete. Jedoch noch den Radlader vom Bauhof Rangsdorf im Hinterkopf versuchten wir alle entscheidende Personen von der Notwendigkeit eines Radladers zu überzeugen.

Letztendlich gelang es uns, nachdem sich der Bauhofchef das ganze Debakel mit den Karren selbst angeschaut hatte, einen Radlader plus Fahrer, unter Jubelorgien zur Begrüßung, für unser Projekt zu gewinnen. Dank des schweren Gerätes ging nun alles viel flotter voran und unsere Fachkraft konnte uns den restlichen Ablauf zeigen.

Nachdem der Platz noch einmal eingemessen und die gleichmäßige Verteilung des Recyclings und des Gefälles überprüft wurden, konnte das Verdichten beginnen. Nachdem die Ebenerdigkeit also durch dick beladene Schubkarren an bestimmten Stellen beglichen war, wurde mit Hilfe eines Rüttlers die Fläche verdichtet.

Auf der nun verdichteten Fläche begannen wir karrenweise Sand aufzuschütten und dieser musste ebenfalls wieder gleichmäßig verteilt werden. Damit die Sandschicht überall die gleiche Dicke hat, wurden zwei gleich dicke Rohre in den Sand eingebettet und als Anfangs- und Endauflegefläche für den Abzieher benutzt. Somit gelang eine vollkommen glatte Sandoberfläche, bei der an jeder Stelle der Sand gleich weich war und keine unterschiedliche Verdichtungen vorherrschten. Nachdem die 1. Bahn abgezogen war, begann der schwierige Teil.

Das Legen der 1. Steinbahn! Problematisch war nämlich, dass die Wände des Platzes nicht alle rechtwinklig zueinander stehen. Aber durch großen Tatendrang aller Beteiligten die 1. Bahn mitzuerleben und unserer fachwerklichen Unterstützung wurde die Bahn schnell fertig gepflastert. Die Steinpakete wurden aufgerissen und mit Hilfe von Karren zur 1. Bahn gebracht.

Auf dieser Weise schafften wir an dem Tag insgesamt vier Bahnen Steine zu legen. Als relativ ideal hat es sich erwiesen, wenn die Steine, die gelegt werden sollen, immer frisch von den Schubkarren direkt über die abgezogene Fläche geworfen werden und dann von den Fängern in einer Bewegung auf der abgezogenen Sandfläche an die anderen Steine positioniert werden. Auf diese Weise konnte man die Bahnen am schnellsten fertig bekommen, da der direkte Weg gegangen war.

Es gab natürlich auch hier kleine Wettbewerbe, denn die „Steineleger“ versuchten krampfhaft die „Sandabzieher“ einzuholen, während diese versuchten schnellstmöglich von den „Steinelegern“ wegzukommen. Durch diese perfekt funktionierende Arbeitsteilung gelang es uns an diesem Tage relativ weit zukommen. Jeder packte voller Eifer gerade an der Stelle zu, wo er gebraucht wurde bzw. was ihm gerade lag. Natürlich mussten wir uns alle zwischenzeitlich auch gegenseitig motivieren, aber in Anbetracht der vielen Arbeit und des knappen Zeitplanes war ein jeder sich bewusst, dass jeder helfende Handgriff vonnöten war und dankbar von den anderen schuftenden Leibern angenommen wurde.

Kritisch wurde es jedoch noch einmal, als der Sand zu Neige ging. Schnell fanden wir aber andere preisgünstige Alternativen. Wie zum Beispiel einen Haufen feinsten Buddelkastensandes neben dem Bodenaushub der Sporthalle und kleine sandige Haufen auf dem Sporthallengrund, die wir mit vollem Eifer nach vorne zum Platz brachten. Als dies immer noch nicht reichte, fanden wir hinter der Grundmauer der Sporthalle eine Erdenwand, in deren unteren Schichten mehrere Adern feinsten märkischen Sandes verliefen. Aus anfänglichem Jux entstand so ein Raubbau noch nie da gewesenen Ausmaßes auf dem Schulgelände. Es wurden vier große Höhlen in die Erdwand hineingegraben, um den feinsten Sand zum Platz bringen zu können. Nach späteren Schätzungen müssten wir weit über 150 voll beladene Schubkarren von dort nach vorne zur Baustelle gebracht haben. Bewundernswert dabei ist, mit welchem Eifer wir dabei zu Werke gegangen sind, obwohl die Sonne brannte und die Arme immer länger und länger wurden. Der männliche Ehrgeiz war aber auch irgendwie ständig dabei. So wurden wir männlichen Wesen unter den kritischen Augen der Frauen geradezu angestachelt unsere Karren immer voller zu laden. Gern wird sich ein jeder an die vielen missglückten Versuche erinnern, die überfüllten Schubkarren die Einfahrtsschräge hinaufzuschieben ohne ein zu schmerzverzerrtes Gesicht zu machen oder aufgrund körperlicher bzw. gleichgewichtstechnischer Defizite, die Karre nicht als ein Ganzes die Schräge hinaufzubugsieren. So entstand die ein oder andere erheiternde Situation. Aber aufgrund der Klasse aller teilnehmenden Arbeiter entstand trotz aller Zwischenfälle ein idealer Arbeitsablauf. Denn so mussten wir extrem wenig Pausen wegen fehlenden Arbeitsmaterials machen.

Das Zuwerfen der Knochensteine z.B. aus 2-3 Schubkarren und das sofortige Heranlegen der Steine an die vorige Steinreihe entpuppte sich als schnellste Methode um den internen Kampf, wie lange die „Steinleger“ brauchen um die „Sandabzieher“ einzuholen. Als Abschluss des harten Arbeitstages haben wir Beton angerührt um eine Betonkante als Begrenzung und Stabilisierung der Randsteine zu erreichen. Dafür wurde zwischen Randsteinen und Wand Beton gegossen sowie eine Betonkante gegen die Randsteine an der Birke gelegt. Als feierliches Ende haben alle noch Beteiligten ihren Namen in den frischen Beton gekratzt, damit auch nachfolgende Generationen einen Teil der heroischen Bauarbeiter des Abijahrgangs 2002 beim Namen nennen können.
Da wir bei Einbruch der Dunkelheit bei weiten noch nicht fertig waren, entschieden wir am nächsten Morgen weiterzumachen.

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